Die Textilstadt St.Gallen beginnt allmählich, ihre koloniale Vergangenheit aufzuarbeiten. Es bleibt aber noch viel zu tun. Ausserdem im löchrigen Januar: Clubsterben in der Ostschweiz, braune Spuren im Kulturbetrieb der 1930er, das Redeplatz-Interview zum Umzug der Sans-Papiers-Anlaufstelle und das Debutalbum von Poly FM.
Der Verein Sans-Papiers Anlaufstelle St.Gallen zieht in die Offene Kirche. Warum ein Umzug in ein enges Bürogebäude nicht in Frage kam und was alles am neuen Ort geplant ist, erzählt Matthias Rickli, der Leiter der Anlaufstelle, im Gespräch mit Saiten.
In seinem im Selbstverlag publizierten ersten Erzählband Blumen ohne Gewähr nähert sich Niels Zubler dem vermeintlich Unspektakulären – und schafft ein interessantes Texte-Geflecht zu Abgründigem, Abwegigem und Alltäglichem. Stellenweise wünscht man sich etwas mehr Präzision.
Nachruf auf Künstler Simon Kness (1963–2026)
Fabio Hauser alias Poly FM macht vielschichtige Musik mit dem Ziel, eine diverse Hörer:innenschaft in den Flow-zustand zu versetzen. Mit seinem Debütalbum Solitude könnte ihm das gelingen.
Am Dienstag ist im Palace St.Gallen das neue Talkformat der Erfreulichen Universität gestartet. Journalistin Doris Kleck und Osteuropaexperte Ulrich Schmid sprachen über die Halbierungsinitiative.
Clément Moreau (1903–1988) war in St.Gallen als Grafiker bekannt. Zusammen mit seiner Frau, der St.Gallerin Nelly Meffert-Guggenbühl (1904–1999), lebte er lange im argentinischen Exil. Ein gemeinsames Werk der beiden ist jetzt nach 85 Jahren erschienen: ein Kinderbuch.
Hepplers Bestarium
Kunstausstellung in Bregenz
Aus Abfall wird Kunst: In ihrer Ausstellung «Reiz der Materie» verwandelt die liechtensteinische Künstlerin Ursula Wolf gebrauchte Heat-Sticks in filigrane Bildkompositionen. Die Vernissage fand am 21. Januar im Fabriggli in Buchs statt.
Eine völlig ungefährdete Pausenführung endet in einer völligen unnötigen Niederlage. Ein gebrauchter Abend auf allen Ebenen.
Die St.Galler Band Hundefutter hat zum Jahreswechsel ihr Debütalbum herausgebracht. Flacher Teller ist ernsthaft humorvoll und mindestens so wild wie Mentos und Cola.
Aus gegebenem Anlass wendet sich der St.Galler Autor Christoph Keller noch einmal an die offizielle Schweiz.
Gelder für Milliardäre und Banken während Kulturschaffende um jeden Franken ringen müssen: Warum die Vergabe der Lotteriefondsgelder im Thurgau dringend geändert werden müsste. (Es aber nicht passieren wird.) Ein Kommentar.
Der Dokumentarfilm Anders Anders – Was uns verbindet von Hao Hohl erzählt wortmächtig – und manchmal auch bildgewaltig – von Zugehörigkeiten und Fremdheiten. Er wird aktuell an den Solothurner Filmtagen gezeigt.
Architekturbuch über Ernst Sommerlad
Dürrenmatts Der Besuch der alten Dame wird im Konzert und Theater St.Gallen nicht abstrakt, dafür richtig klassisch und vielstimmig auf die Bühne gebracht. Die Inszenierung von Barbara-David Brüesch feierte am Samstag Premiere im Grossen Haus und trifft mit Kantönligeist-Pointen und feministischer Kritik einen Nerv. Modern auf Mundart. Olé!
24/7 Traumacore
Das St.Galler Künstler:innenkollektiv U5 setzt sich im Münchner Lenbachhaus mit kolonialen Bildern auseinander. Die entstandene Ausstellungspublikation Ein Jahr und ein Tag. Leonore Mau und Haiti feiert am 20. Januar ihre Vernissage im Kunstmuseum St.Gallen.
Die J. S. Bach-Stiftung wird 20 Jahre alt und feiert im Januar das 200. Kantatenkonzert. Ein Gespräch mit Dirigent Rudolf Lutz und Geschäftsführerin Anne-Kathrin Topp.